Journalistische Qualität im Web 2.0?

PUBLIZISTIK [Springer Science+Business Media-10.12.2008] Aktuelle Doppelstudie beleuchtet Qualitätserwartungen und ethischen Anspruch von Bloglesern

Die professionellen journalistischen Nachrichtenangebote haben ihre Monopolstellung verloren. Denn Blogs sind längst als Informations- und Meinungsmedium etabliert. Aber wie beurteilen die Nutzer die inhaltliche Qualität von Blogs und welchen medienethischen Anspruch legen sie dabei zu Grunde?

Zwei empirische Studien geben jetzt Antworten auf diese Fragen. In dem Beitrag „Qualitätserwartungen und ethischer Anspruch bei der Lektüre von Blogs und von Tageszeitungen“ präsentieren die Autoren die Studienergebnisse: die mediale Form der Informationsquelle spielt in diesem Zusammenhang kaum eine Rolle. Der Artikel erscheint in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Publizistik aus dem Wiesbadener VS Verlag.

Qualitätskriterien und medienethische Standards – für klassische journalistische Produkte üblich – fehlen für das Web 2.0 bisher weitgehend. Dennoch bewerten Internetnutzer die Online-Informationen. Wie das vonstattengeht, beschreibt das Autorenteam Sabine Trepte, Leonard Reinecke und Katharina-Maria Behr von der Hamburg Media School, Universität Hamburg, anhand empirischer Zahlen in der aktuellen Publizistik-Ausgabe. In einer Befragung beurteilten 702 Internetnutzer den Gehalt von Informationen in Blogs im Gegensatz zu Informationen in Tageszeitungen. Das Ergebnis: In der Theorie gelten unterschiedliche Standards in beiden Kontexten. Denn Internetnutzer glauben, dass Tageszeitungen mehr auf die Qualität ihrer Artikel achten als Weblogs. Personen, die selten das Web 2.0 nutzen, hatten dabei noch geringere Qualitätserwartungen an Blogs als regelmäßige Nutzer.

Im nachfolgenden Experiment wurden 120 Probanden Texte von unterschiedlicher ethischer Brisanz und inhaltlicher Qualität entweder als Zeitungsbeitrag oder als Blogeintrag präsentiert. Das Ergebnis: ethisch fragwürdige Berichterstattung wurde in Blogs und Tageszeitungen gleichermaßen kritisiert. Trotz geringerer Erwartungen an Blogs sind Nutzer in der Praxis generell sensibel für mangelnde Qualität und unethische Darstellungsweise – und das unabhängig von der medialen Form.

Den vollständigen Beitrag finden Sie unter: www.publizistik-digital.de

Publizistik veröffentlicht viermal jährlich Beiträge aus Theorie und empirischer Forschung zu allen Bereichen der Kommunikations-wissenschaft. Im Mittelpunkt stehen die Produktions-, Verarbeitungs- und Rezeptionsprozesse der durch die Massenmedien vermittelten Kommunikation. Das Jahresabonnement (print und online) kostet 99,- Euro. Der Preis für eine Anzeige 1/1 Seite 4c beträgt 1.635,- Euro.

Publizistik ist eine Marke des VS Verlags | GWV Fachverlage GmbH.
GWV Fachverlage ist Teil der Fachverlagsgruppe Springer Science+Business Media.

Quelle Pressemitteilung: www.springer-sbm.de (10.12.2008)

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