Anrufe zu Marktforschungszwecken sind ohne Einwilligung zulässig

2007-01-13_084430.jpg [heise online-12.01.07] Ein aktuelles Gerichtsurteil liefert einen neuen Grund dafür, dass man nicht im Telefonbuch stehen sollte.

Wie heise online berichtet, dürfen Marktforschungsunternehmen Bürger auch ohne deren vorherige Einwilligung zu Hause anrufen, da eine repräsentative Forschung nur durch Telefonanrufe möglich sei. Dies hat jüngst das Amtsgericht Frankfurt am Main entschieden (Az. 32 C 1115/06-22). Anschlussinhaber würden bei solchen Erstanrufen nur gering belästigt. Die Erhebung von Telefonnummern zur anschließenden Kontaktaufnahme ist auch ohne vorherige Einwilligung nach Paragraph 28 Absatz 1 Nr. 2 des Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) zulässig. Nach dieser Erlaubnisnorm dürfen personenbezogene Daten wie etwa Telefonnummern erhoben werden, wenn das Unternehmen daran ein berechtigtes Interesse vorweisen kann und die Belange des Betroffenen nicht überwiegen.

Für einen repräsentativen Querschnitt der gesamten Bevölkerung reiche es beispielsweise nicht aus, Passanten in Fußgängerzonen zu befragen oder Briefe zu verschicken, ob sie mit entsprechenden Anrufen einverstanden sind. Zudem könne durch den zersplitterten Telekommunikationsmarkt mit unterschiedlichen Anbietern und Mobilfunknetzen nicht mehr allein anhand des Telefonbuches repräsentativ ausgewählt werden. Für den Anschlussinhaber bestehe keine Gefahr, dass er am Telefon zu einem Vertragsabschluss genötigt werde. Das sich anbahnende Gespräch könne er durch einfaches Auflegen des Hörers beenden.

Das Amtsgericht stellte ferner klar, dass die Umfrage-Unternehmen jene Rufnummern in so genannten Sperrdateien speichern dürfen, von denen bekannt sei, dass deren Inhaber keine Anrufe zu Zwecken der Marktforschung wünschen.

Quelle: www.heise.de (12.01.07)

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